Schleiereule Foto: K. Dichmann
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Schleiereule (Tyto alba)

Schleiereule Zeichnung: Dr. W. Daunicht

Merkmale
Die Schleiereule ist etwa taubengroß jedoch mit deutlich längeren Flügeln und erreicht eine Spannweite von knapp einem Meter und  ein Gewicht von 300 - 400 gr. Charakteristisch ist der deutlich ausgeprägte, herzförmige Gesichtsschleier, der auch zu ihrem deutschen Namen geführt hat. Die Oberseite der Schleiereule ist goldbraun, die Unterseite rostbraun bis weiß. Wie ein feines Gespinst scheint über ihr Federkleid ein „Perlenschleier“ aus dunklen Punkten geworfen zu sein.

Stimme
Die Stimme der Schleiereule weicht von den anderen Eulenarten deutlich ab. Es ist ein schrilles Kreischen mit Übergängen und verschiedenen Lautkombinationen und erinnert oft an eine rostige sich öffnende Stalltür. Die Rufe setzen vor allem in der morgen- und abendlichen Dämmerung ein; aber auch nachts ist das Kreischen mitunter zu hören.
Das Revier wird mit in der Lautstärke anschwellendem Gesang (Gekreische) markiert. Die höchste Intensität findet bei der Paarbildung statt. Hier kommt es zu schnarchenden und gluckernden Lauten. Kleine Jungeulen betteln mit leisem Fiepen. Im Jugendalter stehen die Vögel bei Störungen aufrecht, schwanken oft mit dem Oberkörper und geben ein drohendes Fauchen von sich.

Tonaufnahmen
Sämtliche Aufnahmen stammen mit freundlicher Genehmigung der Autoren aus Bergmann, H.-H., H.-W. Helb, S. Baumann (2008): Die Stimmen der Vögel Europas. Aula Verlag, Wiebelsheim.

Schleiereule Betteln Schleiereule
Schreien Stampfen

Lebensraum
Die Schleiereule ist ein Kulturfolger, der sich eng an menschliche Siedlungen angeschlossen hat. Sie ist die einzige Eule, die in unseren Breiten ausschließlich in menschlichen Siedlungen und von Menschen errichteten Gebäuden sowohl ihren Tageseinstand als auch ihren Nistplatz hat. Zumeist handelt es sich um landwirtschaftliche Gebäude am Dorfrandbereich oder in Einzellage, aber auch Kirchtürme, Trafohäuser und Fabrikgebäude werden von Schleiereulen genutzt. Offenes Kulturland mit ganzjähriger kurzer Vegetation – insbesondere Dauergrünland - ist das bevorzugte Jagdgebiet.

Nahrung
Die Nahrung besteht bis zu 96% aus Kleinsäugern, hauptsächlich Feldmäusen. Aber auch echte Mäuse, Spitzmäuse und Ratten können einen hohen Anteil bilden. In einem sehr geringen Umfang werden auch Vögel, Amphibien und Insekten erbeutet. Nur bei Zusammenbruch der Feldmauspopulation während der Aufzuchtzeit der Nestlinge können Schleiereulen nachhaltig in Singvogelbestände eingreifen.

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