Schleiereule Foto: K. Dichmann
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Schleiereule (Tyto alba)

Situation in Schleswig-Holstein
Die Schleiereule konnte Schleswig-Holstein erst im Zuge der Waldrodungen als Kulturfolger besiedeln und lebte über Jahrhunderte in enger Gemeinschaft mit dem Menschen in den bäuerlichen Siedlungen. Das Dauergrünland und die Brachen bildeten die ganzjährigen Nahrungsflächen und in Kältewintern mit hohen Schneelagen boten die Scheunen und Ställe ausreichend Wärme und Nahrung.

Es ist davon auszugehen, dass noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts jeder Einzelhof und jedes Dorf von Schleiereulen besiedelt war. Erst die Veränderung der Milchviehhaltung durch den zunehmenden Umbruch von Grünland und den Anbau von Mais hat die Lebensräume für die Schleiereulen drastisch eingeschränkt. Hinzu kam dann der Umbau der landwirtschaftlichen Gebäude, da die Uhlenfluchten überflüssig geworden waren.

Im Kälte- und Schneewinter 1978/79 brach der Bestand der Schleiereule in Schleswig-Holstein fast vollständig zusammen. Zur Unterstützung des Restbestandes und zum Wiederaufbau einer Schleiereulenpopulation im Lande startete der LVE mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung ein Artenschutzprogramm, das ein Zucht- und Auswilderungsprogramm und ein Nistkastenprogramm beinhaltete. Die Zuchttiere kamen aus zoologischen Gärten und gehörten zu weißen Unterart Tyto alba alba. Durch das weiße Gefieder lassen sich die Nachkommen noch heute in den Gebieten nachweisen, wo sie einst ausgewildert worden sind.

Mit dem Einbau der Nistkästen wurden zugleich Einflugmöglichkeiten für die Schleiereulen in die Gebäude geschaffen, so dass geschützte Tagessitze in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Die Nistkästen werden in aller Regel mit mardersicherem Zugang von außen in den Wänden der landwirtschaftlichen Gebäude eingebaut. Der Nistkastenbestand beträgt inzwischen knapp 2.500, von denen in der Regel rund 50% von Eulen, Falken und Dohlen besetzt sind.

Die Kältewinter 2009/2010 und 2010/2011 sorgten für einen erheblichen Bestandseinbruch. Die Erholung der Bestände in Schleswig-Holstein wird durch die Lebensraumverknappung u.a. durch die Ausweitung der Maisanbauflächen erschwert. Der Schleiereulenbestand befindet sich derzeit in einem Tief wie zuletzt Anfang der 1990er Jahre. Damals kamen erhebliche Schwankungen im Bruterfolg vor (s. Abb. unten), die sich erfreulich schnell stabilisierten und zu einer Population von gut 1.000 Brutpaaren führten. Für 2012 wurden nur 122 Bruten nachgewiesen.

Bestandsentwicklung der Schleiereule in SH

Bestandsentwicklung der Schleiereule in SH


Verbreitung

2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Brutverbreitung der Schleiereule in SH
Brutverbreitung der Schleiereule in SH

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