Steinkauz Foto: C. Willer
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Steinkauz (Athene noctua)

Steinkauz Zeichnung: Dr. W. Daunicht

Situation in SH
Der Steinkauz ist ähnlich wie die Schleiereule ein Kulturfolger, der sich im Laufe der Jahrhunderte in der norddeutschen Tiefebene den menschlichen Siedlungen angeschlossen hat. Seine Nahrungsräume waren kurzrasige Weiden, Obstbaumwiesen und Bauerngärten, seine bevorzugten Brutplätze Kopfweiden, Höhlen in alten Obstbäumen und Löcher in Reetdächern.

In Schleswig-Holstein war der Steinkauz bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts noch in allen Landesteilen vom Ostholsteinischen Hügelland über die Geest bis zur Marsch und auch auf den größeren Inseln sogar mit einem deutlichen Schwerpunkt auf Fehmarn vertreten. Erst der Wandel in den bäuerlichen Siedlungen und die Industrialisierung der Landwirtschaft haben zum lokalen Erlöschen und zur Verinselung der Restvorkommen geführt.

Auch bei dieser Art hat der Kältewinter 1978/79 einen hohen Tribut gefordert. Um die Restbestände zu stützen und ein Erlöschen der Art in Schleswig-Holstein zu verhindern, hat der Landesverband Eulen-Schutz  in SH e.V. Anfang der 80er-Jahre im Rahmen eines Artenschutzprogramms Steinkauz die Nachzucht und Auswilderung der Käuze sowie die Installation von Nistkästen gestartet. Das Nachzuchtprogramm wurde inzwischen eingestellt, da ein nachhaltiger Erfolg nicht erkennbar wurde. Auch die mit großem Aufwand betriebene Pflege der Kopfweiden hat nicht zum Ansiedeln in diesen alten natürlichen Bruthöhlen geführt.

Eine wirklich nachhaltige Stützung der Bestände durch hohen Bruterfolg ergeben nur die mardersicheren Nistkästen, die der Landesverband Eulen-Schutz  mit deutlichen Schwerpunkten in den noch geeigneten Lebensräumen installiert hat und regelmäßig betreut. Das heutige Brutvorkommen beschränkt sich in Schleswig-Holstein auf die weitläufigen Flussmarschbereiche der Eider/Sorge/Treene und der Stör sowie dem Hauptdichtezentrum der Dithmarscher Geest.

Nachweislich gibt es sporadische Restvorkommen in den Flussmarschgebieten der Arlau, Krückau, Pinnau und Alster, der Seemarsch Dithmarschens sowie in Angeln. Generell ist momentan eine Ausbreitungs-tendenz in Richtung ehemaliger steinkauzgerechter Traditionsgebiete ersichtlich; z.B. Nordfriesland, Schleswiger Geest oder die Haseldorfer Marsch.

Der nachgewiesene Bestand im Jahr 2010 betrug 155 Brutpaare; der Gesamtbestand in Schleswig-Holstein wird auf max. 200 Paare geschätzt.

Bestandsentwicklung des Steinkauzes in Schleswig-Holstein
Entwicklung des Steinkauz-Brutbestandes in Schleswig-Holstein

Verbreitung

2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017

Brutverbreitung des Steinkauzes in SH
Verbreitung des Steinkauzes in Schleswig-Holstein

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