Sperlingskauzbrut 2008 Foto: Oliver Ulmer
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Sperlingskauz (Glaucidium passerinum)

Sperlingskauz Zeichnung: Dr. W. Daunicht

Merkmale
Der Sperlingskauz ist die kleinste Eule Europas und etwa so groß wie ein Star. Die Oberseite ist dunkelbraun mit kleinen weißen Flecken, die Unterseite weißlich mit schmalen braunen Längsstreifen. Der Schwanz zeigt schmale weiße Querbinden und kann je nach Erregungszustand wie beim Zaunkönig hoch gestelzt werden. Auch der Kopf kann rund und plump oder kantig aufgeplustert werden.
Im Fluge erkennt man die kurzen runden Flügel, der Flug verläuft wellenförmig wie beim Specht oder schnell und gerade wie beim Star. Die Männchen wiegen etwa 60 Gramm, die etwas größeren Weibchen um 70 Gramm; eine Amsel im Vergleich dazu wiegt rund 100 Gramm.

Stimme
Der Gesang des Männchens wird meist von der Spitze eines Baumes vorgetragen und ist dann bis zu 1000 Meter entfernt zu hören. Der Reviergesang besteht aus einem monotonen "wüh" oder "düh", der bisweilen auch doppelsilbig sein kann und erinnert an den Ruf des Gimpels oder auch an eine Rotbauchunke.
Beim Herbstgesang ist häufig eine sogenannte Tonleiter zu hören, die auch vom Weibchen vorgetragen werden kann. Dieser Ruf dient ganz offensichtlich der herbstlichen Revierabgrenzung. Wenn das Männchen mit Beute erscheint und an das Weibchen übergeben will, ist ein leises "psih" zu hören, dass auch vom Weibchen erwidert wird. Sehr ähnlich rufen auch die Jungen nach Verlassen der Bruthöhle.

Tonaufnahmen
Sämtliche Aufnahmen stammen mit freundlicher Genehmigung der Autoren aus Bergmann, H.-H., H.-W. Helb, S. Baumann (2008): Die Stimmen der Vögel Europas. Aula Verlag, Wiebelsheim.

Sperlingskauz Gesang Sperlingskauz Tonleiter Sperlingskauz Weibchenruf


Lebensraum
Der Sperlingskauz ist eine boreale Art und im Taiga-Waldgürtel von Europa bis nach Asien beheimatet. Bei uns in Deutschland kommt er überwiegend in den durch Nadelwälder geprägten Mittelgebirgen und den Alpen vor. In den siebziger Jahren wurde der Sperlingskauz auch in der Lüneburger Heide festgestellt und in den letzten Jahren bei intensiver Nachsuche auch bei uns in Schleswig-Holstein als Brutvogel im Sachsenwald und den Segeberger Forsten  bestätigt. Er benötigt für seine Brut und als Beute-Depot Buntspechthöhlen und für den Tagessitz dichte Nadelbäume, so dass weite Bereiche der größeren Wälder auf der Geest in Schleswig-Holstein für den Sperlingskauz als Lebensraum geeignet sind.

Nahrung
Der Nahrungserwerb erfolgt sowohl durch Ansitzjagd als auch durch Verfolgung der Beute.
Zur Beute zählen alle Kleinvögel im Walde bis zur Größe des Sperlingskauzes sowie alle waldbewohnenden Kleinsäuger bis zur Größe der Gelbhalsmaus. Die Beute wird mit den Fängen gegriffen und sofort durch den Genickbiss getötet. Bei den bisherigen Nahrungsanalysen in SH wurde als kleinster Vogel das Goldhähnchen und als größter Vogel ein junger Buntspecht nachgewiesen (Dr. W. Daunicht).
Um für harte Winterzeiten vorzubeugen, legt der Sperlingskauz Nahrungsdepots in Höhlen an. Das ist sicher in den Wäldern Skandinaviens und Sibiriens überlebenswichtig, bei uns jedoch nur noch in wenigen Wintern von Bedeutung.

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