Waldohreule Foto: U. Naeve
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Waldohreule (Asio otus)

Waldohreule Zeichnung: Dr. W. Daunicht

Merkmale
Die Waldohreule ist eine mittelgroße, schlanke Eule und etwa so groß wie die Schleiereule. Gegenüber dem Waldkauz wirkt sie kleiner und schlanker. Auffallend sind ihre feuergelben bis glutroten Augen und ihre langen, meist hoch aufgerichteten Federohren, die jedoch bei Erregung und im Fluge auch angelegt werden können. Das Gefieder ist oberseits gelblichbraun mit dunkler rindenähnlicher Marmorierung und unterseits hell rostgelb bis gelblichweiß mit dunklen Schaftstrichen gefärbt. Der gelblich weiße Gesichtsschleier ist seitlich dunkel umrandet. Ihre Spannweite im Fluge beträgt knapp einen Meter.

Stimme
Der Balzruf der Waldohreule klingt wie ein hohles huh, huh, huh und erinnert an den entfernten Ruf eines Uhus. Er wird von einer Rufwarte am Rande des Revieres im zwei bis drei Sekundentakt vorgetragen, ist jedoch schwer zu orten. Auffallender  während der Balz ist das Flügelklatschen, das Männchen und Weibchen im Fluge vorführen. Es hört sich an wie ein Peitschenknall und wird durch das Zusammenschlagen der Flügel unter dem Bauch erzeugt.
Bei Alarm und Störung geben Männchen und Weibchen ein kläffendes uäk, uäk oder ein winselndes katzenähnlichen kjiiau von sich.
Am häufigsten hören wir in den Monaten Mai, Juni, Juli an lauen Abenden die Bettelrufe der jungen Waldohreulen. Nach dem Verlassen des Nestes werden sie von ihren Eltern noch einige Wochen geführt und gefüttert. Damit die Eltern sie finden, rufen die Jungeulen ständig mit einem hohen fiependen Klagelaut, der weithin hörbar ist. Da Waldohreulen häufig auch in unseren Gärten in alten Elstern- oder Krähennestern brüten, kann man sie dann von der Terrasse oder vom Balkon aus regelmäßig hören und weiß so, dass wieder eine Waldohreulenbrut in unserer unmittelbaren Umgebung erfolgreich war.

Tonaufnahmen
Sämtliche Aufnahmen stammen mit freundlicher Genehmigung der Autoren aus Bergmann, H.-H., H.-W. Helb, S. Baumann (2008): Die Stimmen der Vögel Europas. Aula Verlag, Wiebelsheim.

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Lebensraum
Die Waldohreule jagt ganz überwiegend im offenen Gelände, dort wo ihre Hauptbeute, die Feldmaus, lebt. Zur Brut benötigt sie alte Krähen- oder Elsternnester, die sie an Waldrändern und in Feldgehölzen findet. Nachdem Elstern und Krähen immer mehr in unsere Siedlungen eindringen und dort ihre Nester bauen, kann auch die Waldohreule erfolgreich im Siedlungsbereich brüten.
Im Winter bilden Waldohreulen gemeinschaftliche Schlafplätze in immergrünen Nadelbäumen auf Friedhöfen, in Parks, Feldgehölzen aber zunehmend auch in naturnahen Gärten. Meist wird man erst durch das Gewölle und den weißen Schmelz unter den Bäumen darauf aufmerksam, dass im Garten regelmäßig Waldohreulen den Tag verschlafen.

Nahrung
Sofern die Waldohreule ausreichend Wühlmäuse erreichen kann, bilden sie 80 bis 90 % der Beute. Erst nach Zusammenbruch der Wühlmauspopulationen können Langschwanzmäuse, Kleinvögel und Käfer, insbesondere Maikäfer, einen nennenswerten Anteil an der Beute einnehmen. Die Beute wird im Suchflug erspäht, mit vorgestreckten Fängen gegriffen und durch Zerquetschen des Kopfes getötet. Mäuse und Käfer werden als Ganzes verschlungen, Kleinvögel noch grob gerupft, bevor auch sie von den Alteulen als Ganzes verschluckt werden. Nur junge Nestlinge erhalten in den ersten Wochen vom Weibchen zerteilte Nahrung. Sobald sie jedoch das Nest verlassen haben, empfangen auch sie die Beute unzerteilt.

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