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14.06.2009
Toter Junguhu aus Habichthorst
Seit Ende Februar kontrollierten wir eine Uhubrut auf einem Greifvogelhorst. Wir konnten zwei Jungvögel auf dem Nest erkennen. Am 11.5. wurde ein Junguhu von einem Spaziergänger entdeckt. Trotz ständiger Suche in den folgenden Tagen, konnte ich den Uhu nicht finden. Da der Zweite partout den Horst nicht verlassen wollte, habe ich am 19.5. den Ort verhört. Das Männchen fing um 21.10 Uhr in der Nähe an zu rufen, sodass ich davon ausgehen konnte, dass die Versorgung des Vogels sichergestellt war.
Am 22.5. sah ich einen Habicht gerade fünf Meter vom Horst entfernt abfliegen. Später flog dann auch das Uhuweibchen ab, woraus ich schließe, das der zweite Junguhu eventuell bedroht war.
Fast täglich kontrollierte ich den Junguhu und die Umgebung, immer in der Hoffnung, den 1. Junguhu noch zu finden. Am 2.6. um 12.10 Uhr fanden Dr. B. Schwartz und ich folgendes Bild:
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Bild 1: Toter Junguhu unter Horstbaum
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Der Uhu, weit über 50 Tage alt, lag tot unterm Horst. Er war frischtot, muss morgens vom Horst gefallen sein, ansonsten hätten andere Prädatoren ihn schon verspeist. Eine Kralle steckte im Oberkiefer, und ein Rattenschwanz guckte noch aus dem Schnabel.
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Bild 2: Kralle im Oberkiefer
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Fachkundigen Rat holte ich mir bei U. Robitzky. Bereits um 14 Uhr untersuchten wir den Vogel. Wir fanden zwei Hämatome unterm Unterkiefer im Halsbereich, sowie einen Riss verursacht durch die eigene Kralle im Oberkiefer (siehe Bild 2). Luft- und Speiseröhre wiesen keine Verletzungen auf, wobei der Rattenschwanz noch in der Speiseröhre steckte und aus dem Schnabel ragte. Beim Öffnen des Brustkastens fielen uns besonders große Blutgerinnsel auf, die auf der Leber lagen. Nach dem Entfernen der großen Blutklumpen zeigte sich, dass die Leber an beiden Seiten eingerissen war. Dies muss auch als Todesursache angesehen werden. Beim Sturz wird das Gewicht der Ratte (172 gr.) auf die Leber geschlagen sein, die dabei gequetscht bzw zerrissen worden ist.
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Bild 3: Deutlich erkennbarer Riss in der Leber
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| Es ist anzunehmen, dass der Uhu in Panik das Nest verlassen haben muss. Es ist jedenfalls ungewöhnlich, dass der Vogel sich mit der Kralle selber verletzt. Ich gehe davon aus, dass das Tier Abwehrmaßnahmen oder dergleichen veranstaltete, die dann zu dem beschriebenen Absturz führten. Unterm Nest fanden wir einzelne Flusen, die eigentlich nur vom Jungtier stammen können, was auf einen Angriff auf den Vogel deuten würde. |
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Auch im letzten Jahr fand ich einen toten Uhu mit ähnlichen Symptomen, den wir aber nicht näher untersuchen konnten. Ich gehe aber davon aus, dass auch ein Uhu seine Feinde hat. Er wird sich mit Sicherheit kräftig zur Wehr setzen können. Aber für einen plötzlichen Angriff kann auch seine - im wahrsten Sinne des Wortes - Standhaftigkeit manchmal nicht ausreichend sein.
Peter Finke
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