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05. September 2025

Auch das kommt vor...

Nicht immer erleben wir als Gebietsbetreuer des Landesverbandes auf unseren Touren die heile Welt. Ganz im Gegenteil, wir kämpfen oft gegen wildes Wetter, stechende Brennnessel, stachelige Brombeeren, übellaunige Wespen, morsche Dachbalken, zu kurzen Leitern und defekte Nisthilfen. Im schlimmsten Fall hören wir aber von getöteten Vögeln oder finden selber verendete Eulen. Zwei Fälle exemplarisch aus meinem Gebiet in diesem Sommer.

1. Verhungerte Schleiereulen auf einem Dachboden.

Im Juni kontrollierten meine Kollegin Anja und ich den Dachboden einer alten Kirche. Auf dem staubigen Boden fanden wir zwei tote Schleiereulen (siehe Bild).

Die Nisthilfe der Eulen befand sich auf einem nur von außen zugänglichen Teil im Glockenturm.

Wie waren die Vögel in diesen Teil des Bodens gekommen? Wir untersuchten alle möglichen Zugänge, alles war hermetisch geschlossen. Nach genauer Nachfrage bei der Kirchengemeinde stellte sich heraus, das im letzten Jahr Bauarbeiten an der Fassade der Kirche stattgefunden haben und dabei auch das Dach von außen zugänglich war. Die Arbeiten benötigten mehrere Tage und die Baustelle wurde abends provisorisch abgesperrt. In dieser Zeit scheinen die Vögel auf dem Dachboden gelangt zu sein. Beim schließen der Baustelle sind die Eulen wahrscheinlich auf dem Dachboden „vergessen“ worden.

2. Gerupfter Steinkauz auf einer Koppel.

Aktuell haben mich Informationen über eine Steinkauzrupfung aus Brande erreicht. Die von der Hofbesitzerin eingereichten Bilder sind eindeutig (siehe Anlage).

Es handelt sich tatsächlich um einen Steinkauz. Doch wer kann hierfür verantwortlich sein?

Die Bilder wurden intensiv im Team des Landesverbandes besprochen. Ein Ring wurde nicht gefunden. Folgende Analyse wurde aufgestellt. Auszuschließen ist die Schleiereule als Prädator, da sie mit einem 300g Steinkauz überfordert wäre und ihre Beute nicht rupft. Ein Marder verbringt seine Beute erst zu einem geschützten Platz. Am wahrscheinlichsten ist ein Tagraubvogel wie z.B Bussard oder natürlich eine Katze. Es bleibt zu hoffen, das die Lücke des Altvogels auf dem Hof zur Herbstbalz wieder geschlossen wird. Es hat zum Glück in diesem Jahr zahlreich Nachwuchs in der Umgebung gegeben.

20250801 Rupf SK 3 1

(Foto: nn Hofbesitzer)

Bokel 05.September 2025 (Text und Fotos: Ralf Ratzmer)

Verendete Schleiereule (Foto: Ralf Ratzmer)