Der schaurig schöne Reviergesang des Waldkauzes
Er fehlt in keinem Krimi - zumindest dann nicht, wenn eine Szene in der Dunkelheit spielt. Der schaurig schöne Reviergesang des Waldkauzes, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Aber nun genug der Theatralik!
Ich betreue einen Akustikrekorder, der zum Bestandsmonitoring des Sperlingskauzes in einem Waldgebiet in der Nähe von Großenaspe positioniert ist. Beim kürzlichen Auswerten der Audioaufnahmen des Audio-Rekorders mit der Analysesoftware Chirpity stieß ich in der Zusammenfassung auf ungewöhnlich viele Waldkauz-Treffer mit einer sehr hohen Konfidenz (Trefferwahrscheinlichkeit). Beim Nachhören der Audioaufnahmen stellte ich fest, dass die KI-basierte Software sehr gute Ergebnisse erzielt hatte. Die Balz des Waldkauzes ist in vollem Gange und ein Waldkauz befand sich zum Zeitpunkt der Aufnahme in unmittelbarer Nähe des Akustikrekorders.
Hier eine Hörprobe:
So sieht der Beginn der Hörprobe in der Spektralfrequenzanalyse aus:

Die Analysesoftware setzt die aufgenommenen Geräusche grafisch um und erkennt anhand des hinterlegten Datenmodells - hier das Datenmodell von BirdNET - die Vogelart. Die Analyseergebnisse werden für jede Vogelart zusammengefasst und die Einzelergebnisse mit einer Konfidenz (Trefferwahrscheinlichkeit) versehen. Mit einem Klick landet man direkt in der origiären Audioaufnahme und kann nachhören. Dies ist zwingend erforderlich, da die Software trotz hoher Konfidenz nicht immer die richtige Vogelart erkennt. Denn beim vermeintlichen Waldkauz kann es sich auch schon mal um einen Kranich oder einen Rothirsch in der Brunft handeln.
Wir setzen mittlerweile diverse Akustikrekorder in den Artenschutzprogrammen Sperlings-/Raufußkauz und Uhu ein. Die kleinen Aufnahmegeräte erleichtern uns das Bestandsmonitoring sehr. Da weiterer Bedarf besteht, würden wir uns über Spenden sehr freuen.
Wenn Sie uns beim bioakustischen Bestandsmonitoring mit einer Geldspende unterstützen wollen, dann schreiben Sie uns gern eine Nachricht an:
Die Eulen Schleswig-Holsteins und wir werden es Ihnen danken.
Autor des Artikels, Hörprobe und Foto: Thomas Brunckhorst




