Erfolgversprechender Start in die Schleiereulen Kontrollsaison
Seit einem Monat werden die meisten der ca. 2.500 Standorte mit Schleiereulen-Nisthilfen von den ca. 90 ehrenamtlichen Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuern kontrolliert.
Der strenge Winter ließ befürchten, dass der Schleiereulenbestand gefährdet war. Dementsprechend war die Zahl der Todfundmeldungen während der Wintertage erheblich höher, als in den Vorjahren. Ein Bestandseinbruch wie in den Jahren 2010-2012 war grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Hoffnung machte, dass nach dem Abtauen der Schneedecke einige Meldungen über Sichtungen lebender Eulen eintrafen.
Tatsächlich beweisen die Schleiereulen durchaus eindrucksvoll, dass sie in Schleswig-Holstein noch präsent sind. Schon bei ersten Zufallskontrollen wurden Anfang März Bruten mit großen Gelegen festgestellt.
Mit Eintreffen der ersten Meldungen der laufenden Kontrollsaison bestätigt sich dies mehr und mehr. Die Anzahl der Bruten / Brutpaare liegt wahrscheinlich auf dem Niveau der Vorjahre. Möglicherweise werden die Zahlen der für jetzige Verhältnisse guten Jahre seit 2019 übertroffen (siehe https://www.eulen.de/unsere-eulen/schleiereule unter Brutverbeitung). Die Brutgrößen sind teils deutlich größer. Gelege mit neun oder zehn Eiern bzw. Pulli finden sich z.B. auch auf der Hohen Geest. Der Rekord liegt aktuell noch bei einem Gelege mit 14 Eiern in der Dithmarscher Marsch, gefolgt von einem 12er Gelege in Stormarn.
Am selben Tag - frisch geschlüpft ...
... oder schon fast flügge.
Des Weiteren zeigt sich wieder das breite zeitliche Spektrum der Brutperiode der Schleiereule. Am selben Tag wird z.B. in einer Nisthilfe ein bebrütetes Gelege und in einer benachbarten Nisthilfe Jungeulen kurz vor dem Ausflug festgestellt.
Die vorhandenen Daten deuten darauf hin, dass die Nahrungsverfügbarkeit seit März bis mindestens Juni hervorragend sein muss.
Die Brutsaison der Schleiereule kann sich bis in den Oktober/November hinziehen. Abschließende Zahlen liegen für diese Art im Gegensatz zu allen anderen der von uns betreuten Eulenarten daher erst zum Jahresende vor.
Autor des Artikels: Achim Busekros



