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2020 - Erste SE-Kontrollfahrt

Text: Peter Finke

Am 05.05.2020 habe ich meine erste Kontrollfahrt puncto Schleiereule (SE) gemacht. Es war eigentlich nicht nur Neugierde, sondern ich wollte mir nur mal einen Eindruck verschaffen, was unsere Schleiereulen inzwischen fabriziert haben. Ich möchte aber bemerken, dass ich hier im Kreis Steinburg nur einen kleinen Teil „bewirtschafte“. Da ich mich hier aber schon viele Jahre mit den Eulen beschäftige, kenne ich alle Besitzer und kann ohne Voranmeldung die Gebäude betreten. Somit bin ich zwar einigen Landwirten begegnet, aber unter Wahrung des Abstandes konnte ich ohne Probleme meine Kontrollen durchführen.

Ich habe zwölf Standorte kontrolliert. Vorgefunden habe ich sechs SE- und fünf Turmfalkenbruten. Die Turmfalken (TF) hatten drei Mal fünf Eier und zwei Mal sechs Jungvögel (JUV) im Alter von wenigen Tagen. Auch die SE saß drei Mal auf fünf Eiern, ein  Mal sechs JUV (die letzten gerade geschlüpft) und zwei Mal je zwei Eier und drei JUV. Wenn man nun mal spekuliert und die Ergebnisse mit 2019 vergleicht, muss man erkennen, dass die Anzahl der Eier und JUV erheblich unter dem letzten Jahresdurchschnitt liegen. Ich hatte auch nicht so einen späten Brutbeginn erwartet. Fakt ist, dass wir hier keine Mäuse haben. Bei fast allen Brutplätzen, SE sowie TF, fand ich keine abgelegte Beute. Bei einer TF-Brut mit sechs JUV lag eine Feldmaus und bei einer SE mit zwei Eiern und drei JUV sogar drei Mäuse. Das sind aber anscheinend die Ausnahmen! Das betrifft nicht nur SE und TF, sondern auch den Uhu. Das kann natürlich regional unterschiedlich sein. Aber wir müssen damit rechnen, dass die Mäusegradation 2019 total zum Erliegen gekommen ist. Letztes Jahr hatte ich hier Gelege von 12 und mehr Eiern und JUV.

Und wenn ich die Lage richtig einschätze, für eine Kontrolle ist es sicherlich noch zu früh. Es wird genügen, wenn wir, sofern möglich, erst Ende Mai oder Anfang Juni mit unserer Arbeit beginnen. Die Jungen sind noch zu klein, oder das Weibchen sitzt noch auf den Eiern, so dass der Störfaktor zu hoch wäre.