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Schleiereule

Merkmale

Die Sumpfohreule ist mit einer Größe von 35-40 cm und einem Gewicht von 350-400 g etwas größer als eine Straßentaube. Das Gefieder zeichnet sich durch eine schilfgelbe Grundfarbe aus, die oberseits von breiten dunkelbraunen Flecken und unterseits von dunkelbraunen Längsstreifen strukturiert wird. Sie ist eine schlanke Eule, deren Flügel noch länger und schmaler sind als diejenigen der Waldohreule. Von dieser unterscheidet sie sich ansonsten vor allem durch die deutlich kürzeren Federohren sowie die dunkle Augenumrandung.

Stimme

Der Reviergesang der Sumpfohreule, der häufig auch in einer Flugbalz vorgetragen wird, bei der sich die Eule zunächst in die Höhe schraubt und dann flügelklatschend wieder fallen lässt, besteht aus einer Reihe dumpfer, leicht ansteigender "Bu bu bu bu"-Rufen. Typische Abwehräußerungen sind kurze Reihen bellender "tjäk"-Rufe. Das Weibchen und ältere Jungvögel betteln fauchend, anschwellend "xschiiia".

Tonaufnahme

Tonaufnahmen

Sämtliche Aufnahmen stammen mit freundlicher Genehmigung der Autoren aus Bergmann, H.-H., H.-W. Helb, S. Baumann (2008): Die Stimmen der Vögel Europas. Aula Verlag, Wiebelsheim.

Sumpfohreule Gesang
Sumpfohreule Verleiten

Lebensraum

Die Sumpfohreule besiedelt weiträumig offene Landschaften. An der Küste werden vor allem ältere Dünen, unbeweidete Vorlandsalzwiesen sowie Heiden besiedelt, im Binnenland Moore, extensiv genutztes Feuchtgrünland und Hochstaudenfluren.

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Zumeist handelt es sich um landwirtschaftliche Gebäude am Dorfrandbereich oder in Einzellage, aber auch Kirchtürme, Trafohäuser und Fabrikgebäude werden von Schleiereulen genutzt. Offenes Kulturland mit ganzjähriger kurzer Vegetation – insbesondere Dauergrünland - ist das bevorzugte Jagdgebiet.

Nahrung

Laut einer Übersicht von H.A. Bruns machten von 1943 in Schleswig-Holstein in Sumpfohreulengewöllen festgestellten Wirbeltieren Säugetiere mit 92,3% das Gros aus. Vögel stellten einen Anteil von 7,6% und Amphibien von 0,1%. Hauptbeute war mit großem Abstand die Feldmaus (Microtus arvalis). Vor allem an der Küste können Schermäuse (Arvicola terrestris), Klein- und Küstenvögel das Beutespektrum zu deutlichen Anteilen ergänzen.

Gefährdung

Wo sie sich mit diesen die Landschaft teilen, werden Sumpfohreulen regelmäßig zur Beute von Uhu und Habicht. Zudem sind sie als Bodenbrüter durch Raubsäuger wie Fuchs und Marder gefährdet.
Vielerorts wird das Feuchtgrünland landwirtschaftlich zu intensiv genutzt, als dass erfolgreiche Bruten stattfinden könnten. Brutversuche schlagen hier häufig fehl, wie ein Beispiel eines 2003 bei Witzwort/NF ausgemähten Geleges zeigt. Im Binnenland verliert die Sumpfohreule durch die Verbuschung und Bewaldung der Moore zunehmend an Lebensraum. An Stacheldrahtzäunen kann es zu Verlusten durch Anflüge kommen.

Schutz

Zum Schutz von Bruten im bewirtschafteten Grünland sollten entdeckte Nester wie im „Artenschutzprojekt Wiesenweihe“ von der Mahd verschont und den Landwirten Entschädigungen ausgezahlt werden. Dabei müssen die große Mobilität der Sumpfohreulenjungen und die langgestreckte Brutzeit bis in den August berücksichtigt werden. Der Verbuschung und Bewaldung der Moore im Binnenland sollte entgegengewirkt werden.

Situation in SH

In Norddeutschland gehört die Sumpfohreule zu den Arten, die ein invasionsartiges Auftreten aus den nordischen, wahrscheinlich überwiegend skandinavischen Brutgebieten zeigen.

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Erhöhte Brutvorkommen, die hierzulande an Mäusegradationen gebunden sind, traten in Schleswig-Holstein in den letzten drei Jahrzehnten dreimal ein, 1990, 1993 und zuletzt 2003. In diesen Jahren wurden jeweils etwa 50 Reviere nachgewiesen und der Landesbestand auf 80-100 Reviere geschätzt. In durchschnittlichen Jahren liegt die Anzahl der gemeldeten Brutzeitvorkommen deutlich niedriger und es dürften insgesamt nur etwa 10-20 Reviere besetzt sein.
Die größten Vorkommen der Art in Schleswig-Holstein liegen im Westen des Landes. Der Schwerpunkt der Verbreitung hat sich dabei innerhalb der letzten 30 Jahre von der Eider-Treene-Sorge-Niederung an die Nordseeküste mit den nordfriesischen Inseln Amrum, Föhr und Sylt, den Vorländern sowie den küstennahen Feuchtgebieten verlagert.

Kontakt

Christian Willer

Tel. 0151 - 16 62 70 02
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