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Uhu (Bubo bubo)

Aktuelle Informationen 2020

Februar 2020:
Das Brutjahr begann bereits im Januar mit einer Eiablage der Uhus am Ratzeburger Dom. Mittlerweile werden dort 3 Eier bebrütet.

April 2020:
Mittlerweile sind durch die Gebietsbeteuer über 20 Junguhus gemeldet worden und die ersten Beringungen haben stattgefunden.
Leider gab es auch mehrere Totfunde, wobei in der Nähe von Osterhorn ein toter Uhu vom Horst abgeborgen wurde, bei dem mittlerweile durch eine tiermedizinische Untersuchung feststeht, dass er erschossen wurde - eine Strafanzeige wurde erstattet.

Mai 2020:
Im Kreis Steinburg hatte der Gebietsbetreuer 19 Weibchen gezählt, die offensichtlich am Brüten waren. Inzwischen wurden durch Kontrollen mit einer Kamera vier Brutaufgaben festgestellt. Einige Bruten müssen noch in den nächsten Tagen überprüft werden.
Momentan können aus 10 Bruten definitiv 19 Jungvögeln bestätigt werden. Auffallend war, dass wenig Beute abgelegt war (nur einmal eine Ratte) oder Reste von Beutetieren mit der Kamera erfasst wurden.
Bei einer Brut hatten zwei Jungtiere den Nistkasten bereits verlassen, während ein drittes noch über den Rand guckte. Um die Gelegegröße definitiv zu erfassen, wurde die Kamera zur Hilfe genommen. Das Bild zeigte (siehe oben) den uns bekannten Jungvogel und noch einen weiteren, sodass wir uns auf eine Viererbrut freuten. Aber Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven zeigten uns leider, das es sich um einen toten Jungvogel handelt. Ursache des Todes können wir nur vermuten. Es könnte sein, dass die Nahrungssituation ausschlaggebend ist, weil der Oberkörper des Vogels bereits angefressen war.
Nistkastenkontrolle 2020 PFinke

(Foto: P. Finke )

Juni 2020
Mit Ablauf des Monats Mai sind schon über 120 Jungvögel gemeldet worden, die bereits sehr häufig ihre Nester verlassen hatten und von den Altvögeln am Boden weiter versorgt werden. Es stehen aber noch einige Meldungen von Gebietsbetreuern aus, so dass sich die Anzahl der Jungvögel für dieses Jahr noch erhöhen wird.
Leider gibt es aber auch weitere Brutaufgaben und abmals den Fund eines toten Altvogels im Kreis Pinneberg zu beklagen. Der Uhu wurde auch in diesem Fall der Tiermedizinischen Hochschule in Hannover zu Bestimmung der Todesursache eingesandt.

Uhu

Merkmale

Zwanzig bis zweiundzwanzig Unterarten werden heute weltweit zur Familie der Uhus (Bubo) gezählt. In den Farbvariationen kommen Exemplare von tiefbraun bis fast weiß vor. Auch in Größe und Gewicht sind bemerkenswerte Unterschiede festzustellen.
Der bei uns heimische "Europäische Uhu" ist mit einer Flügelspannweite bis zu 170 cm, einem Gewicht bis zu 3000 g und einer Größe bis zu 70 cm die größte heimische Eule. Weibchen sind deutlich größer und schwerer als Männchen. Bei seinem Gefieder sind ocker-  und rostbraune Farbtöne vorherrschend. Deutlich zu erkennen sind auch seine großen Federohren und die feuergelbe bis orange-rot gefärbte Iris.

Stimme

Weithin hörbar sind die typischen Uhurufe "buho". Dabei rufen die Weibchen etwas höher als die Männchen. Meistens von einem freien Sitzplatz aber auch im Flug rufen die Uhus.
Bei Störungen am Neststandort ertönen scharfe "uäg" oder "uäh-ha" Rufe. Weitere Rufe am Brutplatz können u. a. auch reiherartig "gräck" oder nasales "uhähähäho" Bellen sein.

Tonaufnahme

Tonaufnahmen

Sämtliche Aufnahmen stammen mit freundlicher Genehmigung der Autoren aus Bergmann, H.-H., H.-W. Helb, S. Baumann (2008): Die Stimmen der Vögel Europas. Aula Verlag, Wiebelsheim.

Uhu Alarmrufe
Uhu Bettelrufe

Lebensraum

Der Uhu ist eine sehr anpassungsfähige Art. Seine Reviere findet man sowohl im Flachland als auch im Hochgebirge. In Schleswig-Holstein sind Geest und östliches Hügelland weitgehend besiedelt, die Marsch und Inseln sind noch im Wesentlichen unbesiedelt.
In Schleswig-Holstein brütet er überwiegend auf alten Greifvogelhorsten, in Kiesgruben, auf dem Boden, aber auch auf Hochsitzen. Selbst in Gebäuden (z.B. auf Kirchtürmen, Silos, in Industriegebäude und in einem Bundeswehr-Schießstand) hat es erfolgreiche Bruten gegeben. Gern werden künstliche Nisthilfen angenommen und über viele Jahre regelmäßig benutzt.
Wälder dienen dem Uhu als Brut- und Ruheplatz. Sein Jagdrevier erstreckt sich auf Felder, Wiesen, Weiden und Gewässer. Er ist mit seiner großen Spannweite ein Jäger der Offenlandschaft und jagt sowohl vom Ansitz als auch aus dem Fluge.

Nahrung

Seine Nahrung ist äußerst vielseitig und abhängig vom jeweiligen Lebensraum. Grundsätzlich gehören alle Tiere, die kleiner als der Uhu sind und bis zur Größe einer Maus reichen zum Beutespektrum des Uhus. Er jagt jedoch jeweils die Arten, die in großer Zahl vorhanden und leicht erreichbar sind. Im Frühling sind das in Schleswig-Holstein zum Beispiel an vielen Orten die rastenden Ringeltauben oder in der Nähe von Saatkrähenkolonien Jung- und Altkrähen. Im weiteren Jahreslauf kommen dann Igel, flügge Greifvögel und Jungeulen hinzu. Einen hohen Anteil bilden Mäuse, Ratten und sofern vorhanden auch Kaninchen und Bisam.
Die mit unverdaulichen Bestandteilen ausgeworfenen "Gewölle" lassen das Beutespektrum gut erkennen ebenso wie die zahlreichen Rupfungen in Brutplatznähe. 

Gefährdung

Ein ausgewachsener Uhu hat keine natürlichen Feinde. Immer wieder werden aber verletzte oder tote Uhus an stacheldrahtbewehrten Weideumzäunungen gefunden. Auch der Straßen- und Bahnverkehr stellt für Uhus eine tötliche Gefahr dar.
Eine Gefahr durch Prädatoren, wie Fuchs und Marder, besteht sowohl für Bodenbruten als auch für bereits ausgeflogene Jungvögel, die in den ersten Monaten weiter am Boden durch die Altvögel versorgt werden.

 

 

 

 

 

Gelegentlich gibt es aber auch Totfunde ausgewachsener Uhus, ohne dass eine Fremdeinwirkung erkennbar ist. Hier könnte eine Vergiftung vorliegen, z. B. durch vergiftete Beutetiere (Mäuse, Ratten) oder direkt durch Giftköder.
Der Uhu auf dem nebenstehenden Bild wurde tot auf seinem Gelege mit 4 Eiern gefunden und abgeborgen. Eine Untersuchung ergab, dass er erschossen wurde.....

Schutz

  • Vermeidung von Störungen bei Bodenbruten
  • Anbringung geeigneter Nisthilfen
  • Erhaltung einer strukturreichen Landschaft mit Wiesen, Weiden, Wasserflächen, Hecken, Knicks, Feldrainen und Ödlandflächen. Diese genannten Flächen sind Refugien und Regenerationsräume für Kleinsäuger, die dem Uhu - wie auch vielen anderen Tierarten - ganzjährig als Nahrung dienen.

Situation in SH

Die Wiederansiedlung des Uhus in Schleswig-Holstein ist offenkundig erfolgreich verlaufen. Mittlerweile kann von einem selbsterhaltenden Bestand ausgegangen werden. Gute Bruterfolge der letzten Jahre führen dazu, dass immer weitere Reviere vom Uhu besetzt werden.

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Jung-Uhus Dänischer Wohld

Vor etwa 170 Jahren erlosch der Brutbestand des Uhus in Schleswig-Holstein. Da der Uhu als "schädlich" galt, wurde er unnachgiebig verfolgt. Der Abschuss von Uhus und die Vorlage ihrer Fänge wurden mit Prämien honoriert. Ausgehorstete Junguhus dienten der Hüttenjagd, so dass auch fehlender Nachwuchs den Bestand zusammenbrechen ließ.

Nachdem sich herausstellte, dass die heutige Landschaft einen Lebensraum für den Uhu bietet, begann der 1981 gegründete Landesverband Eulen-Schutz in Schleswig-Holstein e.V. im Folgejahr mit Unterstützung der Landesregierung, das Artenhilfsprogramm "Wiedereinbürgerung des Uhus in Schleswig-Holstein".

Bis zum Jahre 2002 wurden über 600 gezüchtete Junguhus landesweit ausgewildert. Bereits im Jahr 1982 wurde nach rund 150 Jahren Abwesenheit die erste erfolgreiche Uhu-Brut in freier Natur in Schleswig-Holstein festgestellt. Inzwischen brüten über 350 Uhupaare regelmäßig in Schleswig-Holstein. Auch die angrenzenden Regionen Dänemark, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern konnten von Schleswig-Holstein aus besiedelt werden. So brüten in Hamburg inzwischen mehr als 6 Paare, in Dänemark wohl über 40 Paare - für Niedersachsen und MVP liegen uns leider keine Zahlen vor.

Die Entwicklung des Brutbestandes zeigt das nachstehende Diagramm. Es sind nur die Daten der gemeldeten Bruten verarbeitet worden, so dass die tatsächlichen Bestandzahlen deutlich höher geschätzt werden können.

Verbreitung

Uhu-Revierpaare in SH

Bestandsentwicklung Uhu

 

 

Die hier genannte Anzahl der Revierpaare und die Brutverbreitung bilden nicht die Gesamtpopulation des Uhu in Schleswig-Holstein ab sondern beziehen sich auf dem Landesverband Eulenschutz durch unsere Gebietsbetreuer sowie durch externe Quellen bekannt gewordenenen gesicherten Nachweise.

Brutverbreitung des Uhus in SH

  • Karte 2019

  • Karte 2018

  • Karte 2017

  • Karte 2016

  • Karte 2015

  • Karte 2014

  • Karte 2013

  • Karte 2012

  • Karte 2011

  • Karte 2010

  • Karte 2009

  • Karte 2008

Nisthilfe für Uhus

uhu nk

 
Bauteil-Nr. Bezeichnung Maße in mm
[B x H]
Anzahl
1 Bodenplatte 600 x 600 1
2 Seitenwand 250 x 600 2
3 Seitenwand 250 x 644 2
4 Griffleisten außenliegend (Dachlatten) 600 2
4 Griffleisten außenliegend (Dachlatten) 716 2
5 Langschlitze in der Bodenplatte
(als Wasserablauf)
ca. 13 x 400 2
6 Eckverstärkung innenliegend waagerecht 600 2
6 Eckverstärkung innenliegend waagerecht 540 2
6 Eckverstärkung innenliegend waagerecht 220 4

 

Werkstoff
Sperrholz, wasserfest verleimt, Stärke: 22 mm (Schaltafeln). Es kann auch Massivholz verwendet werden.
Griffleisten: Massivholz, ungehobelt, 36 x 56 mm (Dachlatten), sind mit einem Schutzanstrich zu versehen.
Eckenverstärkung: Massivholz 26 x 30 mm.
Für die Montage am Baum werden zusätzlich Balken, Spanngurte oder Schellen benötigt.

Verschraubung
Spax-Schrauben 4 x 40 mm.

Montagehinweis
Der Kasten wird zur Hälfte mit Schreddermaterial aus Holz gefüllt. (keine Hobelspäne).

Allgemeiner Hinweis
Bitte beachten Sie, daß bei der Anbringung der Nisthilfe wichtige Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen, da bei einer nicht fachgerechten Ausführung die Eulenart erheblich gefährdet werden kann. Hierzu empfehlen wir den Personen mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein, Kontakt mit uns aufzunehmen. Personen mit Wohnsitz außerhalb Schleswig-Holsteins bitten wir, Kontakt mit einer Ortsgruppe des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) aufzunehmen. Die Telefonnummern finden Sie im örtlichen Telefonbuch oder Branchenbuch der Deutschen Telekom (Gelbe Seiten). Sollten Sie keine entsprechende Unterstützung finden, wenden Sie sich bitte an uns.

Kontakt

Thomas Janssen

Tel. 0172-4638792
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